Eicheln & Äpfel: Warum kein BIO-Fleisch?

Was ist an BIO-Fleisch falsch? Was in der Natur wächst ist BIO. Nach der EG-Verordnung für ökologischen Landbau ist das nicht so!

Wenn wir auf unserem Hof die Eicheln im Spätherbst in Netzen unter den Bäumen auffangen, oder im Spätsommer die Äpfeln & Birnen aufsammeln und diese den Schweinen als Nahrungsergänzung ins Futter geben, dann halten wir das für biologisch. Wenn wir erntefrisches Heu im Hochsommer von ausgewachsenen & abgeblühten Gräsern mähen, dann halten wir auch das für biologisch.

Leider sieht das die EG-Verordnung für ökologischen Landbau ganz anders: BIO-Fleisch ist nur aus dem Futter gemacht, was auf einer Liste für biologische Futtermittel auch eine Zulassung als biologisches Futtermittel hat. Damit ist Heu dann nicht biologisch, wenn es von nicht biologischen Äckern stammt und mit Pflanzenschutz behandelt wird, der in einigen Fällen aber gesundheitsunbedenklich oder sogar gesundheitsfördernd ist. Man denke zum Beispiel an das hochgiftige und natürlich entstehende Gift des Mutterkorns im Roggen.

In unserem Betrieb holen wir das Altbrot von Bäckereien ab. Brot, welches tausende Menschen essen. Dies ist aber auch unzulässig im ökologischen Landbau, weil es nicht von Biobäckereien stammt. Wir halten das für übertrieben, zumal die Verordnung auf der anderen Seite keine Freilandhaltung bei Schweinen vorschreibt, die wir wiederum für viel wichtiger hielten.

BIO-Fleisch ist also nicht gleich BIO-Fleisch!

 

3 Gedanken zu „Eicheln & Äpfel: Warum kein BIO-Fleisch?

  1. Hallo, dem stimme ich voll zu, mit Bio ist viel Geld zu machen aber Bio bedeutet nicht gleichzeitig auch besser.
    Ich denke das es den Schweinen besser gefällt, abwechslungsreiches Futter zu bekommen und in freier Haltung zu leben als nach irgendwelchen aberwitzigen EU Bioverordnungen.
    Ich bin schon gespannt auf die Eröffnung des Hofladens…

    1. Hallo Herr Weber,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich hoffe, die Eröffnung hat Ihnen gefallen.
      Schön, dass Sie die Tricks eines BIO-Labels durchschaut haben…

  2. Seit letztem Sommer kaufe ich sehr gern bei Ihnen. Weniger ist mehr! Und ich gebe gern mehr Geld für gutes Essen aus. Es ist das gute Gefühl, Fleisch verantwortungsvoll essen zu dürfen. Dazu ist es ausgesprochen gut vorbereitet. Sehr zu empfehlen ist das Schmalz, die Bauernmettwurst und die Majoran-Leberwurst. Und natürlich möchte ich die verschiedenen Grill-und Bratwürste nicht vergessen. Verantwortung für und Achtung vor der Schöpfung stehen für mich schon seit meinem Start in Brande-Hörnerkirchen ganz oben. Massenproduktion ohne Herz bedeuten immer Nachteile für bäuerliche Arbeit, für Äcker, Trinkwasser usw., letztlich für unsere Zukunft.
    Die Argumentation zur Ernährung der Tiere ist mehr als nachvollziehbar. Pauschale Verordnungen, was biologisch ist und was nicht, werden abseits von Praxis und Vernunft getroffen- Da gibt es noch manch andere Beispiele. Und die Verwertung von hochwertigen Nahrungsmitteln, die leider viel zu oft in Läden liegen bleiben, ist ein Weg zu einer sinnvollen Verwertung, auch wenn mir selbst es sehr weh tut, wenn man am Tagesende sieht, wie Backwaren in PE-Säcke geworfen werden, weil diese kaum am nächsten Tag noch verkauft werden können. Auch daran zeigt sich unser überquellender Wohlstand. Deshalb Weniger ist mehr !

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